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Die Subdominante

Manchmal stolpert man im Netz über interessante Fragen, z.B. ob eine Sub ihren Herrn - auf seinen Wunsch hin und ihm zuliebe - dominieren soll. Eine solche Frage zieht naturgemäß unzählige Antworten nach sich, die durchaus auch kontrovers sein können. Dagegen ist nichts einzuwenden, nur durch eine lebhafte Diskussion kann man sich manchmal eine Meinung bilden. Schwierig wird es jedoch, wenn der Sub geraten wird, dass sie es auf jeden Fall machen soll, egal, ob es ihr gefällt oder nicht. So sehr ich auch ein Verfechter meines eigenen Mantras „Der Sub muss nicht immer alles gefallen“ bin, so sehr lehne ich es in diesem Fall ab, dass die Sub gegen ihre eigene Neigung agieren soll. Wobei ich jetzt von einer wirklichen Sub spreche, also einer, die ihre Neigung nicht nur im Schlafzimmer oder im Vorbeigehen oder „im Spiel“ auslebt, sondern die ihre Devotion und Submission lebt. Eine, die sich ohne dieses Ausleben nicht komplett fühlt. Das hört sich jetzt sehr absolut an und ich erkläre gerne,...

Sichtbares und unsichtbares Machtgefälle

Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag einer Sub zum Thema Machtgefälle in der Beziehung gelesen. Sie schrieb sinngemäß, dass ein Machtgefälle für sie sichtbar sein muss, damit sie in ihrer Beziehung glücklich sein kann. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Was bedeutet Machtgefälle für mich? Brauche ich vielleicht auch ein sichtbares Machtgefälle, um Mylord als meinen Herrn zu „akzeptieren“? Oder reichen mir die unsichtbaren „Kleinigkeiten“, um mich als Sub zu fühlen? Was ist überhaupt sichtbar, unsichtbar, fühlbar in diesem Zusammenhang? Unser Machtgefälle fußt u.a. auf einem Metakonsens. Ich habe Mylord die Macht übertragen und er nutzt sie - oder auch nicht. Das ist allein seine Entscheidung. Dieser Metakonsens ist unsichtbar, er zieht erstmal kein ein sichtbares Machtgefälle nach sich. Sichtbar wird unser Machtgefälle, wenn ich auf seine Erlaubnis warte, mich zu setzen, mit dem Essen zu beginnen, auf die Toilette zu gehen usw. Sie sind sichtbar für uns - nicht für die Umwelt. De...

Devotion oder Zurück in die 50er

Es gibt Fragen, auf die gibt es nicht nur eine richtige Antwort. Eine dieser Fragen ist, warum eine starke, emanzipierte und moderne Frau unbedingt ein Leben in Devotion führen möchte. Keine eigene Entscheidungen treffen; ihren Herrn informieren, sobald sie das Haus verlässt; dafür sorgen, dass es ihm gutgeht, in umsorgen und betüddeln; Rituale zur Begrüßung einhalten; Regeln befolgen usw. Im Gegensatz zu den 50ern, die hier gerne angeführt werden, habe ich mich selbst dazu entschieden. Ich konnte es, weil ich mittlerweile dank der Emanzipationsbewegung diese Möglichkeit habe, mich auch für ein Leben in Unfreiheit (zumindest aus der Sicht von außen) zu entscheiden. Ich verzichte auf ein Leben auf Augenhöhe, weil ich mich vor einiger Zeit so entschieden habe. Ich stelle den Willen und die Wünsche meines Herrn vor meine, zolle ihm Respekt, indem ich ihn nicht duze, halte mich an all die großen und kleinen Dinge, die unser Machtgefälle jederzeit manifestieren. Ich lasse mich erziehen, las...

Überraschende Erkenntnisse

Vor einer Woche hat Mylord für unser gemeinsames Wochenende den Film „Die Geschichte der O“ aus dem Jahr 1975 mitgebracht. Ich kannte bisher nur die mehrteilige Version, die doch einen gewissen Pornofaktor hat. Der Film hat mich sehr überrascht und ich bin froh, dass Mylord so lange gewartet hat, bis er ihn mit gezeigt hat. Am Anfang unserer Beziehung hätte ich mir vieles vielleicht vorstellen können, aber wie es sich anfühlt, das kann ich erst jetzt teilweise beurteilen. Wir haben den Film auf zwei Abende aufgeteilt. Ich habe es dabei sehr genossen, mich an Mylord zu kuscheln und die einzelnen Szenen auf mich wirken zu lassen. Natürlich sind meine Gedanken dabei auch ein wenig gewandert und es war wunderschön, dass Mylord entsprechend reagiert hat. Das hat mich sehr schnell noch tiefer in den subspace gebracht. Nach dem Ende des Films lag ich zusammengerollt auf der Couch, Mylord hat mich zugedeckt und ich bin ein wenig eingedöst, bis er mich ins Schlafzimmer geführt hat. Kurze, knapp...

BDSM am Scheideweg oder Quo vadis?

Oft hat man das Gefühl, in Zeiten des Umbruchs zu leben. Ich denke, momentan sind die Chancen, dass die Jahre 2020 und 2021 deswegen in die Geschichtsbücher eingehen, relativ groß. Abseits des großen C. entwickeln sich jedoch noch ganz andere Dinge in Richtungen, die einen nicht unbedingt positiv in die Zukunft blicken lassen. Nehmen wir einfach mal das Thema BDSM. Schon seit längerem durch die SoG-Reihe und zurzeit noch viel mehr - und weil viele zuhause sitzen - in aller Munde bzw. Betten, liest man in bekannten Foren so Stilblüten wie „die sub entscheidet“, „Führung kommt von außen, der Wunsch nach dem Geführtwerden von innen“ oder „D/s-Beziehungen sind ungesund“. Interessante Thesen, die es an Steilheit mit der Eiger-Nordwand aufnehmen können. Mylord und ich unterhalten uns oft über BDSM im Allgemeinen und D/s im Besonderen. Woher kommt dieser Wunsch nach Nivellierung? Warum muss immer alles ins kleinste Detail ausdiskutiert werden um es danach in Schubladen zu stecken? Warum wird ...

Interview mit (m)einem Herrn Wabisukisha

Das nachfolgende Interview wurde am 05.03.21 geführt.   Teilnehmer: Wabisukisha und Jiyu (Rainha)   Danke Mylord, dass ich Euch zu verschiedenen Themen interviewen durfte. 💙 _________________________________ Rainha: Danke, dass Ihr bereit seid, das Interview mit mir zu führen. Wabisukisha: Ich danke dir. Es ist wunderbar, ich freue mich darauf. Rainha: Bitte stellt Euch als erstes kurz vor. Wabisukisha: Was soll ich sagen? 49 Jahre alt, graue Haare, bisschen schräg und durchgeknallt. Körperlich eher rund als schräg, aber geistig schräg und durchgeknallt. Rainha: Wir in unserer Beziehung leben schon ein gewisses TPE. Wie würdet Ihr das denn am ehesten beschreiben? Wabisukisha: Schwierig. Bis vor kurzem hätte ich noch gesagt, wir sind auf dem Weg zu einem TPE und leben es auch teilweise schon. Mittlerweile würde ich das nicht mehr sagen, weil ich den begriff TPE  zu abgenutzt finde. Es wird halt mittlerweile von zu vielen gebraucht. TPE bedeutet die Abgabe von allen ...

Save me oder Wer trägt eigentlich die Verantwortung?

Über diesen Blogeintrag habe ich über eine Woche nachgedacht. Letztendlicher Auslöser war die Aussage einer Domme, dass ihre Sub es lernen müsse, das safeword zu sagen. Safeword? Kenn ich nicht, haben wir nicht, kriegen wir auch nicht wieder rein. Ok… Spaß beiseite... Warum besteht ein dominanter Part darauf, dass seine Sub in der Lage sein muss, das safeword zu sagen, und das immer und überall? Wälzt er damit nicht einen Teil seiner Verantwortung auf den submissiven Teil? Frei nach dem Motto: Solange sie nix sagt, ist alles gut? Alternativ sagen auch viele Paare, dass die den Ampelcode nutzen. Für den Anfang, wenn man sich nicht kennt, bestimmt eine Lösung um sich langsam heranzutasten. Aber sowohl safeword als auch Ampelcode haben für mich einen gravierenden Nachteil: Die Sub kann sich nicht fallenlassen, denn zumindest ein Teil ihrer Sinne muss sich noch darauf konzentrieren, ob alles in Ordnung ist, es langsam gelb wird oder orange oder doch schon rot? Das hemmt das Abtauchen und b...